Dienstag, 28. Dezember 2010

Eisbrecher - Jahresabschlusskonzert 2010

28.12.2010, Theater am Tanzbrunnen, Köln

Abschluss des Konzertjahres 2010, des ersten kompletten Konzert-Jahres "meiner Neuzeit"!
Nummer 00001 hatt' ich auch noch nicht … ;-)
3 mal Eisbrecher ist einfach nicht genug ;-) …  und das Jahr will einen gebührenden Abschluss finden, was nach der riesigen Show von 30 Seconds to Mars gar nicht so einfach zu bewerkstelligen sein wird …

Also, liebe Bayern: gebt Euer Bestes!

Rein ins Theater, die Garderobe bestückt und die Location gecheckt: die Bühne hat einen kleinen Vorbau ins Publikum und ich entscheide mich für relativ weit vorne aber Außen. Eine weise Entscheidung, wie sich im weiteren Verlauf des Abends herausstellen wird …

Ich habe schon vor der Support-Band den Eindruck als würden sich sehr viele – ausnehmend weibliche – Fans des Herrn Frontmann vor der Bühne versammeln. Irgendwie ist die Stimmung leicht angekratzter als ich das bisher auf EB-Konzerten erlebt habe … hmm, mal schauen, was der Abend noch so bringt.

Zin legen los, mit einer Mischung aus Placebo und  … ja, und was denn … so nach und nach bekomme ich den Eindruck, dass der Sänger der Truppe schon fast eine Imitation von Brian Molko auf die Bühne bringt. Das Dargebotene ist durchaus solide, wird aber auf die Dauer irgendwie langweilig.
Der allgemeinen Stimmung tut das wenig weh: der Laden füllt sich stetig weiter, es wird enger und ich rutsche unfreiwillig weiter nach vorne.

Nach kurzer Umbauphase und der üblichen Entknotung und Bewegung im Publikum steigen die Herren Eisbrecher auf die Bühne:
Wie gewohnt im winterlichen Auftritt und legen mit Ihrer Show los – parallel mit den ersten Klängen und dem ersten Erblicken des Kapitäns auch die weiblichen Kreisch-Rowdies vor der Bühne … oh ha, das kann ja lustig werden.
Die ein oder andere ist mir etwas zu aggressiv in ihrem Drang näher an die Bühne – Ellbogen in Körperweichteilen, aggressive Blicke à la "stirb oder geh mir aus dem Weg in mein Glück", Bier auf den Klamotten durch ungezügeltes durch die Masse nach vorne Quetschen …
Ja, ich befinde mich auf einem Konzert und man darf da nicht zimperlich sein; schon klar und das sehe ich eigentlich genauso, aber irgendwie ist die allgemeine Stimmung heute Abend anders, aufgekratzter, unentspannter und ich überlege mir, dass ich mich das nächste mal wohl wieder deutlich weiter hinten ansiedeln werde, um derart unangenehmen Konzertnachbarn aus dem Weg zu gehen.

Furchtbar lachen muss ich kurze Zeit später, als ich hinter mir vernehme: "ey, is dat nich der Checker?". Und von einer weiteren Stimme: "hmm, weiß nicht, aber sieht echt so aus … müssen wir nachher mal googeln.".
Um mein Drumherum ein wenig zu entspannen, drehe ich mich also rum und kläre die beiden grübelnden Herren mit einem breiten Lächeln auf, dass sie durchaus Recht haben, und korrigiere meine Stellung etwas weiter in diese Richtung, was zur Folge hat, das ich nun von deutlich älterem und entspannterem Publikum umgeben bin:
Hinter mir die beiden Herren mit ihrer grandiosen neuen Erkenntnis, neben mir zwei ältere Ladies, die permanent tuscheln, vernehmlich für Herrn Wesselsky schwärmen und lauthals mitsingen.
Schon besser ;-)

Die allgemeine Stimmung um einen herum hat natürlich deutlich Einfluss auf die Wahrnehmung eines solchen Konzertes, aber insgesamt und v.a. nach meinem Positionswechsel wird der Abend noch richtig nett und entspannt:
Die Bayern lassen sich nicht lumpen und legen eine Show und das erhoffte Entertainment aufs Parkett, die Jacky-Flasche kreist, der Schlager johlt durch die Halle, die Live-Kracher heizen ein, ein wenig Augenschmaus in Form von schick herausgeputzten Ladies läuft mir durchs Blickfeld …  was will man mehr?

Der Jahresabschluss ist definitiv gelungen!